WC-Vermietung verkaufen: Wie läuft die Nachfolge ab?

Ratgeber · Lesezeit etwa 7 Minuten

Vom ersten Gespräch bis zur Übergabe der Touren – die typischen Phasen und wie lange sie in der Praxis dauern.

Der Verkauf einer WC-Vermietung unterscheidet sich in einem Punkt deutlich vom Verkauf eines Handels- oder Handwerksbetriebs: Der Betrieb läuft jeden Tag weiter. Auf hunderten Baustellen stehen Kabinen, die geleert und gereinigt werden müssen, ob mitten in einer Prüfung oder nicht. Ein Verkaufsprozess muss deshalb so geführt werden, dass die Tour davon nichts merkt.

Phase 1: Das erste Gespräch (ein bis zwei Wochen)

Am Anfang steht kein Zahlenwerk, sondern ein Gespräch über Ihre Ziele: Wollen Sie ganz aussteigen? Noch zwei Jahre mitfahren? Den Betriebshof behalten? Erst danach ist sinnvoll zu klären, ob ein Betrieb ins Suchprofil eines Käufers passt.

Für dieses Gespräch brauchen Sie keine Unterlagen. Ein grobes Bild – Region, Anzahl Einheiten, Mitarbeiterzahl, Umsatzgrößenordnung – reicht vollkommen.

Phase 2: Vertraulichkeit herstellen (wenige Tage)

Sobald konkrete Zahlen ausgetauscht werden, ist eine Vertraulichkeitsvereinbarung üblich. Sie schützt Sie davor, dass Informationen über Kunden, Preise und Erträge an Dritte gelangen. Seriöse Käufer unterschreiben das ohne Diskussion.

Phase 3: Erste Unterlagen und Einschätzung (zwei bis sechs Wochen)

Jetzt wird es konkret. Typischerweise gefragt sind die Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre, eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung, die Bestandsliste mit Baujahren, eine Übersicht der größten Kunden und – in dieser Branche besonders wichtig – eine Auswertung der Servicetouren: wie viele Stopps, wie viele Kilometer, wie viele Einheiten je Fahrzeug und Tag.

Aus diesen Unterlagen entsteht eine erste Einschätzung: Passt der Betrieb grundsätzlich? In welcher Größenordnung bewegen wir uns? Ein Käufer, der sich hier vor einer Aussage drückt, wird auch später keine treffen.

Phase 4: Standortbesichtigung (ein Tag)

Der Betriebshof sagt mehr über ein Unternehmen als jede betriebswirtschaftliche Auswertung: Wie sieht der Reinigungsplatz aus? Gibt es Wasseranschluss und Entwässerung? Wie ist der Zustand der Fahrzeuge? Stehen viele Kabinen auf dem Hof – und wenn ja, warum?

Solche Termine lassen sich außerhalb der Geschäftszeiten legen, damit im Betrieb keine Gerüchte entstehen. Das ist üblich und sollte selbstverständlich sein.

Phase 5: Kaufpreisindikation (ein bis drei Wochen)

Eine erste wirtschaftliche Vorstellung – mit Herleitung. Ab hier wissen Sie, worüber konkret gesprochen wird, und können entscheiden, ob sich der weitere Aufwand lohnt.

Phase 6: Vertiefte Prüfung (vier bis zwölf Wochen)

Finanzen, Verträge, Personal, Bestand, Entsorgung, Genehmigungen. Der Umfang richtet sich nach der Größe des Betriebs. Wichtig ist, dass die Prüfung so organisiert wird, dass sie den laufenden Betrieb nicht stört.

Phase 7: Vertrag und Übergabe

Nach der notariellen Beurkundung beginnt der eigentlich entscheidende Teil: die Übergabe. Kunden werden informiert – am besten von Ihnen persönlich, weil Ihr Wort dort zählt. Fahrer und Disponenten lernen die neuen Ansprechpartner kennen. Touren, Sonderfälle und mündliche Absprachen mit Stammkunden werden dokumentiert.

Wie lange dauert das insgesamt?

Von der ersten Anfrage bis zum Vertrag vergehen typischerweise vier bis zwölf Monate. Die Übergabe selbst läuft anschließend über Wochen bis Jahre – je nachdem, welches Modell Sie wählen.

Sie denken über die Zukunft Ihres Unternehmens nach?

Miet-Kontor ist direkter Kaufinteressent für Vermiet- und Serviceunternehmen der mobilen Infrastruktur in Deutschland. Ein erstes Gespräch ist unverbindlich und bleibt vertraulich.

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